„Ein neuer Minivan vom Erfinder der Großraum-Limousine – da darf man schon mit hohen Erwartungen einsteigen“, eröffnet Werner Schruf in Ausgabe 11/2009 von auto motor und sport seinen Bericht über das jüngste Modell der französischen Marke und fährt fort: „Zumal diese Grand Scénic-Generation optisch einen dynamischen Neustart signalisiert. Zum Beispiel mit einem völlig andersartigen Gesicht, das mit seinem riesigen, breiten Kühlergrill und den großen, sich zu Schlitzen verjüngenden Klarglas-Augen keinerlei Ähnlichkeit mit dem des Vorgängers aufweist, sondern die Verwandschaft zum aktuellen Mégane demonstriert.“
Schrufs Kollege Jürgen Voigt, Redakteur der „Auto Zeitung“, hebt insbesondere die souveränen Abmessungen des neuen, nunmehr 4,56 Meter langen Renault hervor: „Grand ist in diesem Fall keine Worthülse. (…)Das Wachstum hat ihm gut getan. Vorn und auf den drei Einzelsitzen in der zweiten Reihe hat man nun deutlich mehr Bewegungsfreiheit als zuvor.“ „Auto Bild“-Redakteur Uli Holzwarth bringt es auf den Punkt: „Vorn luftig wie im Reisebus, dahinter lümmeln auch Lange bei ganz zurückgeschobenen Sitze extrem entspannt.“
Doch es ist nicht nur die Geräumigkeit, mit der das Interieur des neuen Grand Scénic überzeugt: „Der gelungene optische Auftritt setzt sich im Innenraum fort“, so Werner Schruf von auto motor und sport. „Dafür sorgen geschwungene, fein miteinander harmonierende Formen von Armaturenbrett, Blenden, Verkleidungen und Bedieninseln. Auch die verwendeten Materialien – vorwiegend Weichplastik und wenige harte Kunststoffe mit Soft-Touch-Oberflächen – unterstreichen den hochwertigen Eindruck und bewirken eine angenehmen Haptik.“




Jürgen Voigt fielen die ausgeprägte Alltagstauglichkeit und Bedienfreundlichkeit des kompakten Raumgleiters auf: „Zahlreiche Ablagefächer sowie eine verschiebbare Mittelkonsole vorn untermauern das praktische Talent. Doch die Franzosen zeigen nicht nur Sinn fürs Praktische. Umgeben von einer hochwertig wirkenden, gut verarbeiteten Innenausstattung blickt der Fahrer statt auf klassische Uhren und Kontrollleuchten auf ein in Farbe und Grafik individuell einstellbares und gut ablesbares TFT-Display.“
Die „Auto Bild“ genoss indes den Fahrkomfort: „Das Feriendomizil darf dabei ruhig in weiter Ferne liegen“, so Autotester Holzwarth in Ausgabe 19/2009. „Denn der Grand Scénic ist trotz des straffer abgestimmten Fahrwerks noch ein sanfter Riese, der selbst üblen Flickenteppichen ihren Schrecken nimmt. Angenehmer kann man in dieser Klasse tatsächlich kaum reisen.“
Ein Eindruck, den auch der Experte der „Auto Zeitung“ teilt: „Trotz straffer Auslegung hat sich der Scénic seinen geschmeidigen Federungs-, Geräusch- und Abrollkomfort bewahrt – sehr angenehm besonders auf langen Strecken.“ Zugleich, so Voigt, profitiert die Fahrdynamik von einer wesentlich präziseren und mit mehr Rückmeldung unterstützten Lenkung: „Im Kurvengrenzbereich, der erstaunlich hoch angesiedelt ist, bleibt der Van lammfromm, schiebt mäßig über die Vorderräder und wird vom ESP sicher auf Kurs gehalten.“
Auch die neuen Vierzylinder finden die Zustimmung der Motorjournalisten. „Von den sieben verfügbaren Motoren stellt der im Testwagen installierte 1,4-Liter-Turbo die neueste Entwicklung dar“, schreibt Schruf. „Er folgt dem Downsizing-Konzept und verfügt mit 130 PS und 190 Newtonmetern bei 2250 Touren nicht nur über das Leistungspotenzial eines 1,8-Liter-Saugers, sondern überzeugt auch mit guter Laufkultur, sehr sanftem Einsatz des kleinen Turboladers, braver Gasannahme und ansprechendem Temperament.“
„Besonders der neue Top-Diesel bringt den großen Kompakten kraftvoll auf Trab“, attestiert Jürgen Voigt dem Grand Scénic dCi 160 FAP. „Er zieht mit seinen 160 PS und maximal 380 Nm Drehmoment kraftvoll bereits ab 1500 Touren durch, dreht aber auch tapfer bis über 4000 Umdrehungen, ohne dabei großen Radau zu machen.“
Der Journalist der Auto Zeitung schlussfolgert: „Der neue Renault Grand Scénic zählt zwar noch zu den Kompaktvans, hat aber innen wie außen mächtig an Größe zugelegt.“ Ein Fazit, das Uli Holzwarth unterstreicht: „Der Neue ist geräumiger als bisher, fährt dynamischer und präzsier, ohne beim Komfort Abstriche zu machen. Ein ausgesprochen angenehmer Familientransporter also, der zu diesem Preis ein einladendes Angebot ist.“
(Stand 05/2009, Irrtümer vorbehalten)
