Das ließen sich Deutschlands Autotester nicht zweimal sagen: Eine ganze Woche lang stellte Renault Anfang September im rheinischen Neuss die seriennahen Prototypen von Kangoo Rapid Z.E. und Fluence Z.E. zur Testfahrt bereit. Und gleich nachdem die Motorjournalisten ihre persönlichen Z.E.-Erfahrungen gemacht hatten, rauschte der Blätterwald.
Die Online-Ausgabe der „Süddeutsche Zeitung“ hält fest: „An Elektrofahrzeugen führt kein Weg vorbei. Während deutsche Autobauer gerade noch Milliarden in neue Verbrennungsmotoren und die Hybridtechnologie investieren, setzt Renault alles auf eine Karte und will allein zwischen 2009 und 2013 rund vier Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren.“ Die positiven Aussichten dieser Strategie unterstreicht „Die Presse“ aus Österreich: „Viel Feinschliff scheint gar nicht mehr nötig. Nehmen wir beispielsweise den Fluence: 95 PS und 226 Nm Drehmoment bei 1540 Kilogramm Leergewicht. Bei einem Benziner klingt das nicht gerade berauschend. Der E-Antrieb dreht damit aber schon gehörig auf. Viel Zug bereits vom Stand weg sorgt für einen gewissen Unterhaltungswert, das Ganze natürlich geräuscharm. Doch, daran kann man sich gewöhnen.“
„Die Franzosen gehen aufs Ganze“ stellt „Spiegel online“ fest, wo es über die Z.E.-Modelle heißt: „Gasgeben macht Spaß, Bremsen werden geschont. Denn beim Druck aufs Gaspedal bewegen sich Renault-E-Modelle so zügig von der Stelle, wie Elektroautos es dank des sofort verfügbaren vollen Drehmoments nun mal tun. Sobald man den Fuß vom Gas nimmt, geht die Tachonadel allerdings schnell wieder zurück. Denn dann setzt schlagartig die so genannte Rekuperation ein, die Energierückgewinnung.“
Auf die cleveren technischen Lösungen geht auch die Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland ein. Unter der Headline „Renaults elektrisierende Pläne“ berichtet FTD.de: „Viel Energie haben die Franzosen in das Thema Batterie gesteckt. Die Akkus schaffen eine Energieeffizienz von rund 90 Prozent – zum Vergleich: Ein Verbrennungsmotor schafft einen Wirkungsgrad von rund 30 Prozent – und über den gesamten geplanten Lebenszyklus von sechs Jahren hinweg eine Ladekapazität von 80 bis 100 Prozent.“ Gefahren haben die FTD-Tester die beiden Z.E.-Vorserienmodelle natürlich auch. „Bei einer ersten kurzen Ausfahrt mit dem elektrischen Kangoo waren kaum Unterschiede zum Benziner festzustellen – sieht man mal von der geradezu gespenstischen Ruhe ab, mit der er sich bewegen lässt. Der elektrische Fluence ist flotter unterwegs als der Kangoo – er schnurrt los wie von einem Gummiband gezogen. Vor allem in dem Geschwindigkeitsbereich bis Tempo 50, in dem Verbrennungsmotoren noch nicht so richtig auf Touren kommen.“
„Renault macht bei den Elektroautos Tempo“, stellt „Die Zeit“ fest. Und die „Berliner Zeitung“ hebt besonders „die elektrische Normalität“ hervor: „Der Fluence Z.E. ist von seinem konventionellen Schwestermodell kaum zu unterscheiden und derzeit die einzige vollwertige Limousine unter Strom. An der gewohnten Ausstattung wird nicht gespart. Klima, Navigation, Licht- und Regensensor – alles kann trotz Zusatzgewicht mitgenommen werden und ist in der Reichweitenrechnung schon enthalten.“ Das sei „Zukunft zum Einsteigen und Losfahren“, so die „Berliner Zeitung“. Umso schöner, dass diese Zukunft schon bald Realität wird.
(Stand 10/2010, Irrtümer vorbehalten)



