Lautlos, emissionslos, konkurrenzlos: Unter Deutschlands Autotestern hat das ehrgeizige Elektrofahrzeug-Projekt von Renault viele neue Fans gefunden. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern plant der französische Hersteller, bereits ab 2011 Fahrzeuge mit emissionslosem Elektroantrieb in Serie zu produzieren. „Mutig, mutig“, findet das Online-Portal „auto-presse.de“ und schreibt unter der Überschrift „Die Zukunft hat begonnen“ (30. Juni 2009) weiter: „Als erster Hersteller hat sich Renault aus der Deckung gewagt und einen Fahrplan zur Großserienfertigung von Elektrofahrzeugen vorgestellt.“ Quasi zum Auftakt der Testfahrten-Aktion im Vorfeld der Markteinführung erhielten im Frühsommer 2009 deutsche Fachjournalisten die Gelegenheit, den Prototypen Renault Kangoo be bop Z.E. im Praxisbetrieb kennenzulernen. Und sie zeigten sich nachhaltig beeindruckt.
„auto motor und sport“ erläutert zu Beginn seines Fahrberichts mit dem Titel „Strom-Kasten“ (Ausgabe 16/2009) den wichtigsten Unterschied zwischen dem Kangoo be bop Z.E. und einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb: „So sitzt anstelle des Verbrenners ein Dreiphasen-Drehstrommotor unter der Haube, der die Leistung eines kleinen Benziners (44 kW) mit mächtigem Turbodiesel-Drehmoment anreichert (190 Nm).“ Soweit zur Theorie – kommen wir zur Praxis: „Der Umgang mit dem Elektro-be bop erfordert ein wenig Gewöhnung“, findet der „stern“-Redakteur in seinem Online-Artikel „‚Volltanken‘ für drei Euro“ vom 2. Juli 2009. „Nach Drehung des Zündschlüssels ertönt nur ein kleiner Piep und im Cockpit erscheint ein grünes Autosymbol. Die Fahrt kann losgehen.“
Und wie sie losgeht: „Im Gegensatz zu den Erfindungen von Nicolaus August Otto und Rudolf Diesel entwickelt der E-Motor seine volle Kraft bereits beim Start“, heißt es weiter in dem Artikel von „auto motor und sport“. „Daher stürmt der Kangoo schon beim kleinsten Druck aufs Fahrpedal los. Was nicht so recht zur Geräuschkulisse passen mag. Denn bis Tempo 50 dringt lediglich leichtes Reifen-Abrollen in den dank Glasdach sonnendurchfluteten Innenraum. Ebenfalls ungewöhnlich, dass keine Schaltpausen den Vorwärtsdrang unterbrechen. Schließlich kommt der bis 12.000 U/min drehende Motor ohne konventionelles Getriebe aus.“ Auch im „stern“ wird ergänzt: „So kennt der Fahrhebel auf der Mittelkonsole nur die Stellungen ‚N‘, ‚D‘ und ‚R‘. Sanft und leise setzt sich der Kangoo in Bewegung, beschleunigt bei mehr ‚Gas‘ schneller als mancher Benziner oder Diesel.“
Doch nicht nur die positive, sondern auch die negative Beschleunigung erfolgt überraschend zügig: „Um möglichst weit zu kommen, arbeitet der E-Motor beim Bremsen und im Schiebebetrieb als Generator und führt überschüssige Bewegungsenergie in den Akku zurück“, so beschreibt der Tester in der Online-Version seines „ams“-Fahrberichts. „Der Fahrer spürt dies durch eine starke Verzögerung, sobald er vom Gas geht. Die Betätigung der Bremse wird so häufig überflüssig.“ Sein Fazit: „Der Kangoo be bop Z.E. fährt erfreulich unspektakulär und macht schon nach wenigen Minuten vergessen, in einem sündhaft teuren Technologieträger zu sitzen.“ Die Experten von „auto-presse.de“ stimmen zu: „Für einen Prototyp fährt sich der Zukunfts-Renault erstaunlich erwachsen und unkompliziert. Die Klimaanlage arbeitet auch bei 30 Grad zuverlässig, und der Platz reicht bequem für vier Personen und Gepäck.“
Abgerundet wird der gute Eindruck, den der Renault Kangoo be bop Z.E. bei den Journalisten hinterlässt, von der herausragenden Kosten- und Umweltbilanz: „Für Strom werden pro Batterie nämlich nur drei Euro fällig“, rechnet “auto motor und sport“ in der Printausgabe vor. Und „auto-presse.de“ weiß: „Auch aus Umweltsicht macht der Elektroantrieb Sinn. Der Kangoo be bop weist mit seinem 44 kW (60 PS) starken Elektromotor bei dem europäischen Strommix einen CO2-Ausstoß von nur 69 g/km auf.“
Wenn das keine verlockenden Zukunftsaussichten sind …







