Wir lassen die Alpine Historie Revue passieren. Seit 1955 steht die französische Marke für rasante Sportwagen wie Alpine A110 und A310 sowie beeindruckende Motorsporterfolge. Hierzu zählen Siege bei den 24 Stunden von Le Mans sowie in der Rallye-Weltmeisterschaft. 2021 beginnt eine neue Ära: Das Alpine F1 Team greift mit Fernando Alonso und Esteban Ocon in der Formel 1 an. Ein schöner Anlass, um zurück- und vorauszublicken. Start frei für eine flotte Zeitreise durch mehr als sechs Jahrzehnte Automobilgeschichte.

Die Erfolgsstory der Marke Alpine nahm ihren Anfang bereits 1946. Damals übernahm Jean Rédélé – Sohn eines Renault Händlers aus Dieppe in der Normandie – in der väterlichen Werkstatt das Ruder. Der gerade einmal 24-jährige Jungspund war im wahrsten Wortsinne ein „flotter Franzose“, denn Rédélé hegte eine große Leidenschaft für den Rallye-Sport. Was also lag näher, als die Serienfahrzeuge von Renault für die eiligen Einsätze auf den Wertungsprüfungen zu präparieren? Sein Credo1

„Der Rennsport ist der perfekte Härtetest für Serienfahrzeuge – und Siege sind die besten Verkaufsargumente.“

Alpine Historie begann mit Rallye-Einsätzen im Renault 4CV

1950 nahm Rédélé mit seinem privaten Renault 4CV an der Rallye Monte Carlo teil. Als Beifahrer „betete“ Marcel Delforge – der Werkstattleiter im Renault Autohaus der Familie – den Aufschrieb vor. Allerdings fiel das Duo aufgrund heftiger Schneefälle im Gesamtklassement weit zurück. Doch schon wenige Monate später starteten Rédélé, Delforge und ihr Renault 4CV bei der Rallye de Dieppe einen erneuten Angriff. Bei ihrer Heim-Veranstaltung verbliesen sie die versammelte Konkurrenz. Die trat teilweise mit deutlich leistungsstärkeren Fahrzeugen an, hatte aber gegen die gewichtsoptimierten Renner aus Dieppe und das Können von Rédélé keine Chance. Renault erkannte das große fahrerische Talent des jungen Franzosen und schickte ihn 1951 bei der „Monte“ in einem Renault 1063 ins Rennen, einer speziellen Rennversion des 4CV. Rédélé eroberte in seiner Klasse den vierten Platz – der Beginn einer beeindruckenden Rallye-Karriere.1

Auch abseits der Rallye-Pisten gelang ihm alsbald Großes: 1955 gründete Rédélé seine eigene Automarke. Unter der Bezeichnung Alpine verkaufte er fortan Sportmodelle auf Renault Basis. Der Vertrieb erfolgte über das Renault Händlernetzwerk.3 Der Markenname basiert übrigens auf der großen Leidenschaft, die der Firmengründer für die französischen Alpen hegte.3 Klar, die geschwungenen Serpentinen ließen damals wie heute Sportfahrer-Herzen höher schlagen.

Alpine A110: Die „blaue Flunder“ sorgt für Furore – Alpine siegt in der Rallye-WM und in Le Mans

Der nächste Schritt in der Alpine Historie ließ nicht lange auf sich warten. Rédélé nutzte das im Motorsport gewonnene Know-how für die Entwicklung seines eigenen Sportwagens. Es war die Geburtsstunde der bis heute legendären Alpine A110, die 1962 ihre Weltpremiere feierte und 2017 ihr vielumjubeltes Revival erlebte. Bei der Entwicklung der „blauen Flunder“ arbeitete Rédélé eng mit Renault zusammen. Der neue Sportwagen nutzte diverse Bauteile des Renault 8, darunter auch den Motor.3 Ab 1973 ging Alpine mehrheitlich in den Besitz von Renault über. Der Firmengründer selbst lenkte bis 1978 die Geschickte des Unternehmens.2

In dieser Zeit gewann Alpine mit der A110 unter anderem die internationale Rallye-Markenmeisterschaft (1971). Ebenfalls 1971 feierte Alpine bei der Rallye Monte Carlo einen ruhmreichen Dreifachsieg. 1973 trug sich Renault mit der „blauen Flunder“ als erster Marken-Weltmeister in die Annalen der Rallye-Geschichte ein. Auch im Langstreckensport machte sich der Sportwagenhersteller rasch einen Namen. Dies gipfelte 1978 im Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans: Didier Pironi und Jean-Pierre Jaussaud triumphierten am Steuer des Renault Alpine A442B.2 Bis heute ein wichtiger Meilenstein in der Alpine Historie.

Alpine startet 2021 in der Formel 1 und in der Langstrecken-WM

2021 schreiben Renault und Alpine gemeinsam das nächste Kapitel in dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte. Das Alpine F1 Team tritt in der Königsklasse des Motorsports mit Fernando Alonso und Esteban Ocon an. Der auf den Namen A521 getaufte Bolide präsentiert sich im schicken Blaumetallic – jener Farbe, mit der vor rund 60 Jahren die Alpine A110 von Sieg zu Sieg eilte. Doch damit nicht genug: In der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) tritt das Elf Matmut Alpine Endurance Team ab der Saison 2021 mit der A480 in der neuen Topkategorie der Hypercars an.

Elektrisierender Blick in die Zukunft: Alpine entwickelt rein elektrische Sportwagen

Unter dem Dach der neuen Business Unit Alpine bündeln künftig die Bereiche Alpine Cars, Renault Sport Cars und Renault Sport Racing ihre Kräfte. Neben dem Fokus auf die Formel 1 will Alpine dabei neue leistungsstarke, rein elektrische Sportwagen entwickeln. Fans der Marke und solche, die es noch werden wollen, dürfen sich also schon freuen: Die Zukunft von Alpine bleibt spannend.

1 Quelle: Alpine Press Pack
„History of the Alpine Brand“, en.media.groupe.renault.com/

2 Quelle: Renault Pressemitteilung PRP 24/21 vom 9.3.2021

3 Quelle: en.media.groupe.renault.com/

(Stand 5/2021, Irrtümer vorbehalten)