Egal, ob man sich noch überlegt, ein E-Auto zu kaufen oder bereits eines fährt – in beiden Situationen nimmt vor allem ein Thema einen hohen Stellenwert ein: die Ladezeit der Fahrzeuge. Wie lange dauert es, um ein Elektroauto aufzuladen, wie lädt man möglichst zeiteffizient, wenn man unterwegs ist, und was gibt es beim Schnellladen zu beachten? Das sind nur einige der Fragen, die sich im Alltag stellen. Hier erhalten Sie wichtige Infos zur Ladezeit von Elektroautos und erhalten praktische Tipps, um beim Fahren möglichst wenig Zeit zu verlieren und den Akku zu schonen.
Ladezeit von E-Autos: Infos zur Dauer des Ladevorgangs
Theoretisch lässt sich die Ladedauer eines Elektroautos mit einer einfachen Formel berechnen: Sie wird ermittelt, indem man die Akkukapazität (kWh) durch die Ladeleistung (kW) dividiert. So ermittelt man die Zeit, die man benötigt, um den Akku vollständig aufzuladen.
Dabei handelt es sich jedoch um einen Idealwert, in der Praxis ist die Ladezeit jedoch von mehreren Faktoren abhängig. Neben den Leistungen und der Struktur der Hardware ist vor allem das Nutzerverhalten ausschlaggebend dafür, wie viel Zeit das Auto letztendlich am Ladekabel verbringen muss. So spielt es vor allem eine Rolle, welchen Ladestand der Akku hat, wenn man das Fahrzeug an die Ladestation anschließt, und auch, welchen Ladestand man erreichen möchte. Je geringer die Differenz zwischen diesen Ladeständen ist, desto kürzer ist dementsprechend die Ladedauer. Zusätzliche Faktoren, die sich auf die Ladedauer auswirken, sind:
- Leistung der Ladestation Ladeleistung, die mit dem Elektroauto möglich ist
- Temperatur des Akkus
- Außentemperatur bzw. Witterungsbedingungen
- Zustand des Akkus (State of Health SoH)
- bei öffentlichen Ladestationen: Anzahl der Autos, die gerade geladen werden. Werden mehrere Fahrzeuge gleichzeitig an der gleichen Ladestation geladen, verlängert sich manchmal die Ladedauer aufgrund geteilter Leistung zwischen Ladesäulen.
Tipps für die Praxis: So optimieren Sie die Ladezeit beim E-Auto
Die tatsächliche Ladezeit von E-Autos hängt von verschiedenen externen und internen Faktoren ab. Durch ein strategisches Timing lässt sich der Ladevorgang so planen, dass man im Alltag möglichst wenig Zeit verliert. Folgende Tipps gibt es beim Thema Ladedauer zu beachten:
- Richtige Ladestationen verwenden: Nutzen Sie zum Laden idealerweise ausschließlich Vorrichtungen, die dezidiert auf Elektrofahrzeuge ausgerichtet sind. Für das Laden zu Hause empfiehlt sich eine moderne Wallbox, die signifikant schneller und sicherer lädt als eine herkömmliche Haushaltssteckdose.
- Schnellladungen sparsam nutzen: Nehmen Sie Gleichstrom-Schnellladungen (DC) nur dann vor, wenn es unbedingt notwendig ist (z. B. auf Langstrecken), da diese die Batterie intensiver beanspruchen als das Laden mit Wechselstrom (AC).
- Standzeiten konsequent nutzen: Nutzen Sie alltägliche Standzeiten, um das Auto zu laden – etwa während des Einkaufs, der Arbeitszeit oder über Nacht.
- Ladestatus nicht zu gering halten: Die Ladedauer wird umso kürzer, je höher der Ladestatus zum Zeitpunkt des Ladebeginns ist. Im Idealfall sollten Sie eine Ladesäule ansteuern, bevor der Ladestand unter 20 % fällt.
- Keine Vollladungen am Schnelllader: Zusätzliche Zeit spart man, indem man den Akku an DC-Stationen nicht volllädt, sondern nur auf 80 %. Damit schont man gleichzeitig die Batterie, da die Ladegeschwindigkeit ab 80 % physikalisch bedingt stark abnimmt.
- Routenplaner clever einsetzen: Bei längeren Strecken sollte man im Vorfeld planen, welche Ladestopps man anpeilt. So lässt sich besser abschätzen, wie lange die Fahrt ungefähr dauern wird. Unsere innovativen Modelle übernehmen diese Planung auf Wunsch vollautomatisch.
komfortabel und sicher: das Elektroauto zuhause laden
Ein großer Vorteil, den Elektroautos gegenüber konventionellen Fahrzeugen haben ist, dass man sie im Eigenheim aufladen kann. Hier gibt es zwei Optionen:
- Die konventionelle SchuKo-Steckdose (Haushaltssteckdose)
- Heimladestation für Elektroautos (Wallbox)
Die reguläre Haushaltssteckdose bietet eine Ladeleistung von maximal 2,3 Kilowatt. Das bedeutet, dass der Ladevorgang eines E-Autos damit um einiges zeitaufwendiger ist als mit Ladesystemen, die auf Elektrofahrzeuge ausgelegt sind. Bis zu vierundzwanzig Stunden kann es dauern, bis der Akku des Autos aufgeladen ist.
Empfohlen wird die Installation einer Heimladestation bzw. Wallbox. Hier handelt es sich um Ladestationen mit Wechselstrom, die ein zeiteffizientes und sicheres Laden des Elektroautos ermöglichen. Heimladestationen sind in zwei Ausführungen erhältlich:
- einphasig: bis zu 4,6 Kilowatt Ladeleistung
- dreiphasig: bis zu 11 bzw. 22 Kilowatt Ladeleistung
Die Ladezeit von Wallboxen ist im Vergleich zur Haushaltssteckdose wesentlich kürzer. Das ist einerseits so, da sie eine höhere Leistung bieten und andererseits, weil die Ladeverluste geringer sind, wodurch auch die Ladeeffizienz erhöht wird. So kann man das Auto über eine Wallbox bereits über Nacht oder noch schneller vollständig aufladen.
Flexibilität auf Langstrecken: E-Autos unterwegs richtig laden
Gerade, wenn man längere Strecken im Elektroauto zurücklegt, wird man höchstwahrscheinlich auch das Angebot von öffentlichen Ladestationen nutzen. Um auch hier nicht zu viel Zeit zu verlieren, peilen Sie die Ladestation idealerweise bereits dann an, wenn der Ladestand des Akkus noch moderat ist. Denn so verringert sich die Menge, die wieder aufgeladen werden muss und die Zeit, die Sie an der Ladesäule verbringen müssen, verkürzt sich.
Gerade bei längeren Strecken empfiehlt es sich, die Fahrt im Vorfeld gut zu planen. Dazu legen Sie die Route fest und informieren sich darüber, welche Lademöglichkeiten auf dem Weg liegen. Optimalerweise legen Sie bei der Planung auch schon die Ladestopps fest - auf diese Weise können Sie gut abschätzen, wieviel Zeit die Fahrt in Anspruch nehmen wird.
Hilfreich sind in dieser Hinsicht vor allem Apps, die als Routenplaner speziell fürs Elektroauto fungieren. Diese geben einen Überblick über das Angebot an Ladepunkten, die auf der Fahrt liegen und geben Ihnen auch Auskunft darüber, bei welchem Ladestand man eine Ladestation aufsuchen sollte. Viele E-Autos bieten eine Routenplanung mit Ladestopps auch schon serienmäßig an.
Informieren Sie sich auch über die Witterungsverhältnisse, die am Tag der Fahrt voraussichtlich herrschen werden, denn sowohl die Temperatur als auch der Zustand der Fahrbahn wirken sich auf die Reichweite aus. Für eine maximale Effizienz empfiehlt Renault zudem rollwiderstandsoptimierte Reifen sowie moderne Fahrassistenzsysteme wie den vorausschauenden Eco-Driving-Assistenten, welcher den Energieverbrauch proaktiv senkt.
Viele öffentliche Ladestationen bieten neben regulärem Laden (ca. 11 bis 22 Kilowatt) auch Schnellladesäulen an (ab 50 Kilowatt), mit denen die Ladedauer wesentlich verkürzt wird. Beim Schnellladen gibt es jedoch einige Dinge, die man beachten sollte.
Schnellladen von Elektroautos: das müssen Sie über DC-Ladungen wissen
Besonders, wenn man eine längere Strecke fährt und möglichst schnell von A nach B gelangen möchte, kommt oft das Schnellladekabel zum Einsatz. Bei dieser Lademethode sollte man jedoch einige Dinge beachten. Von einer Schnellladung spricht man ab einer Ladeleistung von 50 kW, mittlerweile sind auch schon Leistungen von über 350 kW möglich. Das Funktionsprinzip von Schnellladesystemen ist einfach: Es fließt ausschließlich Gleichstrom. Dadurch muss der Strom nicht durch den Netzumwandler des Fahrzeugs geleitet werden, sondern fließt direkt in die Batterie. Schnellladungen sollten allerdings eher sparsam zum Einsatz kommen, denn durch die hohe Leistung wird der Akku mehr beansprucht als beim regulären Laden. Das liegt vor allem daran, dass beim Schnellladevorgang hohe Temperaturen entstehen. Werden häufig Schnellladungen durchgeführt, lagert sich Lithium an den Anoden an, was sich auf Dauer negativ auf die Akkukapazität auswirken kann. Deshalb empfiehlt es sich, nur dann Schnellladungen zu machen, wenn es unbedingt notwendig ist und die Fahrten mit dem Elektroauto so zu planen, dass man möglichst oft reguläre Ladungen durchführen kann.
Zukunftsausblick: das bringt die nächste Generation der Akkutechnologie
Die Entwicklung von Elektroautos zielt vor allem darauf ab, E-Fahrzeuge noch nachhaltiger und auch nutzerfreundlicher zu gestalten. So soll nicht nur die Reichweite immer größer werden, auch bei der Ladezeit wird darauf abgezielt, dass diese immer kürzer wird, bzw. der Akku schneller aufgeladen wird. Optimalerweise sollte die Ladedauer eines Elektroautos nicht mehr Zeit kosten als das Tanken eines Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb. Damit dieses Ziel auch Realität wird, ist einerseits die Erhöhung der Ladeleistung von Ladestationen ein Faktor, doch auch an der Optimierung der Energiespeicher wird intensiv geforscht. Künftig sollen die Batterien so konzipiert werden, dass sie in noch kürzerer Zeit eine höhere Menge an Energie speichern können. Dadurch soll sich die Ladedauer verringern, ohne dass eine höhere Ladeleistung zum Einsatz kommt, sodass auch der Akku geschont wird. Außerdem sollen die Energiespeicher auch eine höhere Beständigkeit bieten. Das bedeutet, dass eine große Anzahl an Ladezyklen möglich ist, ohne, dass sich Verschleißspuren zeigen.Ein zentraler Meilenstein in der Elektromobilitäts-Forschung ist die Entwicklung sogenannter Feststoffakkus. Diese unterscheiden sich vom klassischen Lithium-Ionen-Akku dadurch, dass sie keine Elektrolyt-Flüssigkeit haben und stattdessen aus einem festen Elektrolyt bestehen. Dieser Aufbau bietet gleich mehrere Vorteile:
- Maximale Sicherheit: Es besteht eine deutlich geringere Brandgefahr.
- Geringe Kälteempfindlichkeit: Der Akku behält auch bei niedrigen Temperaturen seine volle Leistungsfähigkeit.
- Wirtschaftlichkeit: Die Produktion in der Großserie wird langfristig einfacher und kostengünstiger.
- Höhere Effizienz: Sie bieten eine signifikant gesteigerte Reichweite.
- Zeitersparnis: Sie ermöglichen bahnbrechend kürzere Ladezeiten.
Fazit: Ladezeit beim E-Auto clever verkürzen und die Batterie schonen
Die Ladezeit von E-Autos ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Durch das richtige Timing lässt sich der Ladevorgang so planen, dass man möglichst wenig Zeit verliert.
Die wichtigsten Kernpunkte auf einen Blick:
- Vorausschauend planen: Nutzen Sie intelligente Systeme wie OpenR Link, um Ladestopps und Batterie-Vorkonditionierung optimal zu kombinieren.
- Batterie schonen: Bevorzugen Sie Ladevorgänge im Bereich von 20 % bis 80 % und nutzen Sie Schnelllader primär auf Langstrecken.
- Zubehör abstimmen: Setzen Sie auf rollwiderstandsoptimierte Reifen und nutzen Sie die professionelle Beratung der Renault Partner.
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